Die Geheimlehre und Das Buch des Dzyan

Auf einigen Strophen des sehr alten und mystischen Buch des Dzyan basiert der Kern der Geheimlehre, das Standardwerk der modernen Theosophie.
Das Buch des Dzyan und die Geheimlehre

Das Buch des Dzyan

Auf den Lehren dieses sehr alten und mystischen tibetisch-buddhistischen Buches, basiert der Kern der Geheimlehre. Genauer gesagt stammen aus diesem Buch die Strophen, die in den ersten beiden Bänden der Geheimlehre den beschreibenden Rahmen der kosmischen bzw. anthropologischen Entwicklung bilden. Und mittels verschiedener bestehender religiöser und philosophischer Systeme, sowie mittels Mythologie und Wissenschaft, werden die in den Strophen gegebenen Lehren ausführlich erläutert und untermauert.

Nun wäre die Geheimlehre nicht die Geheimlehre, wenn es sich bei diesem Buch um ein normales Buch handeln würde, trägt doch die Geheimlehre ihren Namen deshalb, weil sie einen Teil einer geheimen ursprünglichen Lehre veröffentlicht und erklärt. Das Buch des Dzyan ist ein sehr altes Buch und Helena Petrovna Blavatsky bezeichnete es u. a. im dritten Band der Geheimlehre als ein Buch aus der Reihe der fernöstlichen Bücher des Kui-te, von denen ein Teil öffentlich und ein anderer Teil geheim ist.

Das Buch des Dzyan hat also weder je ein westlicher Gelehrter zu Gesicht bekommen, noch kannte man es damals im 19. Jh. als die Geheimlehre erstmals publiziert wurde. Zudem waren den damaligen Orientalisten auch die Bücher des Kui-te kein Begriff und so überwog natürlich die Skepsis, was die Echtheit des Buches bzw. dessen Lehren angeht.

Den Beweis der Existenz der Bücher des Kiu-te erbrachte jedoch der Forscher David Reigle 1983 und in seinem Buch „The Books of Kiu-te, or the Tibetan Buddhist Tantras: A Preliminary Analysis“ berichtet er darüber ausführlich. Im Buch "HPB Leben und Werk der Helena Blavatsky Begründerin der modernen Theosophie" von Sylvia Cranston kann man darüber folgendes lesen:

Obwohl die oben genannten Informationen bereits am Ende des 19. Jahrhunderts bekannt gemacht wurden, ist die tatsächliche Identität der öffentlichen Bücher von Kiu-te ein Geheimnis geblieben. Weder die Tibeter noch die westlichen Gelehrten kannten Bücher mit diesem Namen. Aber durch eine einfache Rückverfolgung der Referenz die sie gab, konnten sie nun positiv identifiziert werden.
Wie HPB sagte, können sie in der Tat in der Bibliothek eines tibetischen Gelugpa-Kloster gefunden werden, wie auch in denen der anderen Sekten (Kargyudpa, Nyingmapa und Sakyapa), und es sind in der Tat sehr okkulte Werke, die von der gesamten tibetisch-buddhistischen Tradition als Verkörperung die geheimen Lehren Buddhas angesehen werden.

Das 1983 die Bücher des Kui-te identifiziert werden konnten, war auch ein sehr wichtiger Schritt, um die Authentizität des Buch des Dzyan und damit der Geheimlehre wesentlich zu stärken, jedoch konnte die Existenz des Buch des Dzyan bisher noch nicht zweifelsfrei bewiesen werden, wenngleich David Reigle in seiner bis dato letzten Veröffentlichung zu diesem Thema 2013, die den bisherigen Stand seiner Forschungen aufzeigt, sagt:

Ich habe signifikante Indizien für die Echtheit des Buches Dzyan ausfindig gemacht. (Qelle: The Book of Dzyan: The Current State of the Evidence, Brahmavidyā: The Adyar Library Bulletin, vol. 77, 2013)

Nähere Informationen zu diesen seinen Forschungen finden sich auch im Buch "Blavatsky's Secret Books: Twenty Years’ Research“ von David Reigle. Der Orientalist G.R.S. Mead, der sich über 20 Jahre mit den Studium fernöstlicher Texte befasste, äußerte sich wie folgt zu den Strophen des Dzyan:

Die Strophen [des Dzyan in der Geheimlehre] legen ein Kosmogenesis und Menschwerdung dar, die in ihrem Schwung und Detail weit hinter jedem vorhandenen Aufzeichnungen über die Dinge aus der Vergangenheit stehen. Sie können nicht als das clevere Zusammensetzung getrennte archaischen Fragmente erklärt werden, die in den heiligen Büchern der klassischen Autoren bewahrt werden, denn sie haben eine eigene Individualität und doch tragen sie den Stempel des Altertums und das Siegel einer Prägnanz, die man in der westlichen Welt für längst ausgestorben hält. Zudem, sind sie in einer Atmosphäre kommentiert die ganz offenbar von fernöstlichen Zungen übersetzt wurde und das in einen allgemeinen Eindruck von Echtheit, die einem Gelehrten sehr beeindrucken. (Quelle: HPB Leben und Werk der Helena Blavatsky Begründerin der modernen Theosophie)

Es gibt auch noch zahlreiche andere Hinweise dafür, dass diese Strophen des Dzyan nicht einfach von Mde. Blavatsky aus anderen Werken zusammenkompiliert wurde, wie es ab und an immernoch zu vernehmen ist. Und der Vorwurf, sie hätte sich das alles ausgedacht, ist für einen Kenner dieser Literatur in etwa so glaubwüridg, als wenn annehme würde, man könne eine korrekte technische Anleitung für ein Flugzeug rein aus seiner Fantasie schöpfen.

Nicht zuletzt ist das enorme originäre und zu damaliger Zeit im Westen sensationelle esoterische Wissen, welches in der Geheimlehre gefunden werden kann, Beweis genug für die Herkunft dieses Wissens. Für Theosophen besteht kein Zweifel, zumal die Bücher des Kiu-te seit längerem identifiziert sind, dass die Geheimlehre im Kern auf einer Buchreihe basiert, die von der gesamten tibetisch-buddhistischen Tradition als Verkörperung von Teilen der geheimen Lehren Buddhas angesehen werden.

Die Geheimlehre

Neben dem zweibändigen Werk „Isis entschleiert“, und zahlreichen anderen Veröffentlichungen, kann man als das literarische Lebenswerk Helena Petrovna BlavatskysDie Geheimlehre“ betrachten, welche 1888 erstmals mit zwei Bänden veröffentlicht wurde, bestehend aus Band 1: „Kosmogenesis“ und dem allgemeinen Thema über die Entstehung und Entwicklung des Kosmos und Band 2: „Anthropogenesis“, setzt sich mit der Entstehung und Entwicklung der Menschheit auseinander. Band 3: „Esoterik“, welcher sich vor allem mit dem (geistigen) Menschen beschäftigt, erschien erst nach dem Tod Mde. Blavatskys, wobei sie jedoch bereits im ersten Band in der Vorrede sagte: „Der dritte Band ist vollständig fertig, der vierte nahezu“ und dort wurde die Veröffentlichung weiterer Bände von der Aufnahme der ersten beiden abhängig gemacht. Dennoch ist der dritte Band in einigen theosophischen Kreisen nicht unumstritten. Zudem gibt es heute auch noch einen Indexband mit einem umfangreichen Stichwortregister.

Auf Basis der Strophen des Dzyan wurde mit zahlreichen Querverweisen in bestehende religiöse, philosophische und wissenschaftliche Systeme eine ursrpüngliche oder universelle Überlieferung dargestellt, d. h. der kleinste gemeinsame Nenner oder innere Kern vieler verschiedener Glaubens-Systeme oder eine Art "Ur-Religion":

Hingegen ist es vielleicht wünschenswert, unzweideutig festzustellen, daß die in diesen Bänden, wenn auch noch so fragmentarisch und unvollständig enthaltenen Lehren weder der indischen, der zoroastrischen, der chaldäischen oder der ägyptischen Religion, noch dem Buddhismus, Islam, Judentum oder Christentum ausschließlich angehören. Die Geheimlehre ist die Essenz von allen diesen. Die in ihrem Anbeginn aus ihr entsprungenen verschiedenen religiösen Systeme werden nunmehr in ihr ursprüngliches Element zurückgeleitet, aus dem jedes Mysterium, und Dogma entsprossen ist, sich entwickelt hat lind ins Sinnliche herabgezogen worden ist." (Die Geheimlehre, Band I, Vorrede)

Der Untertitel der Geheimlehre lautet: „Die Vereinigung von Wissenschaft, Religion und Philosophie“. Das ist Theosophie. Und Madame Blavatsky hat ein sehr mächtiges und unzerstörbares Fundament für diese ganzheitliche Glaubenslehre zukünftiger Generationen gelegt. Nicht zuletzt unterstreicht die Originalität und herausragende Bedeutung ihres Schaffens die allgemein angenommene Tatsache, dass die Geheimlehre Auslöser der neuzeitlichen, esoterischen Bewegung der letzten 120 Jahre ist.

Die von ihr und ihren Lehrern angestrebte Freiheit des Geistes ist in der Breite der Gesellschaft angekommen, jedoch ist auf diesem Weg die scheinbar Moral auf der Strecke geblieben. Aber das war weder Absicht noch ist es die Schuld der Theosophie. Denn, um ein Beispiel zu nennen, haben „New Age“, im Sinne von „freier körperlicher Liebe, Rauschgift und Rock’n Roll“ ganz und gar nichts mit theosophischen Lehren, Spiritualität oder wahrer Esoterik zu tun.

Ich gehe hier ein wenig detailierter auf theosophischen Lehren der Geheimlehre ein. Und im Artikel "Theosophische Literatur" finden sich neben den PDF's der Geheimlehre noch mehr Informationen zum Thema.

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