Kallipädie oder Erziehung zur Schönheit

Es gab einst bei den Griechen eine Art Wissenschaft namens Kallipädie(1), das ist das Wissen um die Erziehung schöner Menschen. Diese pflegte u.a. als einen ihrer wichtigsten Grundsätze, dass das hohe Ziel des Lebens die geistig-sittliche Veredelung ist, denn nur so sei eine möglichst freie Selbstbestimmung erreichbar, die vor allem der inneren Schönheit zuträglich ist und so letztlich auch der äußeren Schönheit.

Und die Erziehung vor allem zum tugendhaften Verhalten ist eine der wichtigsten Tätigkeiten in einer Gesellschaft und wie wird sie heute sträflich vernachlässigt. Wie sehr diese vernachlässigt wird, wurde mir erst durch das Werk "Kallipädie oder Erziehung zur Schönheit" von Daniel Gottlob Moritz Schreber bewusst. Dieses Buch wurde 1858 veröffentlicht und Daniel Gottlob Moritz Schreber gibt jede Menge sehr lehrreiche Erziehungstipps, wenn man auf eine Erziehung zu den Tugenden und zu innere Schönheit Wert legt.

Geteilt in körperliche und geistige Aspekte begleitet der Autor den Leser durch die wichtigsten Lebensabschnitte der Erziehung vom Kleinkind bis zum Erwachsenen und gibt zahlreiche erstaunliche Einsichten in eine längst vergangene Art und Weise der Erziehung, die, neben längst Überholten, doch sehr viel Gutes an sich hatte.

Fazit: Es sind nicht nur vernünftige Tipps in diesem Buch, denn manchmal schießt der Autor deutlich über das Ziel hinaus, d.h. man sollte das Buch kritisch lesen und natürlich vernünftig bleiben. Die zahlreichen unschätzbaren und längst vergessenen Perlen der Erziehung machen dieses Buch jedoch geradezu zur Pflichtlektüre für Eltern.

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(1) griech. kállos = Schönheit u. paideía = Lehre, Ausbildung, d.h. Erziehung zum Schönen

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