Theosopie der Geheimlehre v. H.P. Blavatsky: Eine Einführung - Teil 3

Ich möchte allen Interessierten mit dieser Reihe einen kurzen Einblick in die theosophischen Lehren vom Madame H.P. Blavatsky geben. In diesem Teil geht es um die Menschheit.
Theosophie

Theosophie ist die Vereinigung von Religion, Philosophie und Wissenschaft zu einem ganzheiltichen und vernünftigen Weltbild auf Basis einer universellen Überlieferung. (Bild: Steven Otto)

Hier weiterzulesen macht nur Sinn, wenn man bereits die Einleitung und die Einführung in die Kosmogenesis gelesen hat.

Ein kleiner Einblick in die Anthropogenesis

Die Entwicklung der Menschheit ist sehr eng verbunden mit der Entwicklung des Planeten. Ich sprach im letzten Teil von den sieben Runden die ein Planet durchleben muss. Im Folgenden wird ausschließlich die vierte Runde des Planeten betrachtet. In der vierten Runde haben sich bereits vier mystische Elemente offenbart Feuer, Luft, Wasser und Erde und es ist zugleich die materiellste Runde des Planeten, der Angelpunkt in seiner siebenfältigen Entwicklung. Nun wird eine jede der sieben Runde für sich wiederum immer in sieben große Abschnitte eingeteilt, d. h. in sieben Menschheiten, die nacheinander erscheinen, dabei geht eine aus der anderen durch Vermischung hervor. Es verhält sich mit diesen sieben Menschheiten in einer Runde relativ analog wie auch mit den sieben Runden des Planeten, dass will heißen, das sich die ersten drei Menschheiten von einem relativ feinstofflichen Zustand hinab in die Materie entwickeln oder verfestigen, die vierte Menschheit die Materiellste ist und dann die folgenden drei Menschheiten sich wieder von Menschheit zu Menschheit vergeistigen.

Die erste Menschheit war also eine sehr feinstoffliche Menschheit, deren Körper von sehr feinstofflichen geistigen Vater-Wesenheiten per Willenskraft emaniert wurden und diese Körper dienten als Wohnungen für die höheren Prinzipien im Menschen, die höheren, unsterblichen geistigen Selbste wenn man so will, die sich inkarnierenden Wesenheiten. Die erste Menschheit war wie ihre Väter, d. h. sehr feinstofflich, geschlechtslos und geistig aber nicht Intellektuell. Letzteres bedeutet, das diese Menschen der ersten Menschheit zwar ein höheres Prinzip in sich trugen, aber sich dieses nicht durch ein irdisches Ego (Intellekt) aufgrund verschiedener Begebenheiten auf dieser Ebene offenbaren konnten. Man nimmt an, dass diese ersten menschlichen Wesen dieses Planeten in dieser Runde in einer Art ständiger Kontemplation versunken waren. Unermessliche Zeiträume vergingen, es folgte eine zweite und dritte Menschheit, der menschliche Körper, so wie auch die Tiere und Pflanzen wurden immer fester oder weniger feinstofflich, also materieller und viel kleiner, die Menschen wurden mit der Zeit auch zweigeschlechtlich und schließlich wurden sie mit getrennten Geschlechtern geboren und es entwickelte sich auch so etwas wie ein sehr rudimentärer Intellekt.

In der dritten Menschheit inkarnierten sich einige sehr heilige und sehr weit entwickelte Wesenheiten (geistige Menschen) auf Erden in menschliche Körper und stärkten mit ihren Prinzipien die Konstitution des damaligen Menschen so, das er ein selbstbewusstes, vernunftbegabtes Wesen mit einem freien Willen werden konnte. Ohne eine solche Hilfestellung, d. h. allein aus der Natur selbst heraus, könnte sich ein solcher Intellekt nicht auf Erden offenbaren. Diese weit entwickelten Wesenheiten, heute mitunter Götter genannt, von der Kirche zu Satan und seine Schar umgedichtet, lehrten den Menschen ursprünglich Kultur, Kunst, Wissenschaft und halfen, Hochkulturen und ganze Zivilisationen zu gründen, von denen heute so gut wie nichts mehr bekannt ist, auch, da sich am Übergang zwischen zwei Menschheiten immer sehr große geologische Umwälzungen auf den Planeten vollziehen, während der die alte Menschheit zum Großteil dahingeht und die neue Menschheit überlebt und sich in Umständen wiederfindet, die ihrem Zustand bzw. ihrer Entwicklung optimal angepasst ist. Man denke in diesem Zusammenhang an die hunderte von Flutlegenden, denn fast jedes Volk weiß in seiner Überlieferung von einer solchen Flut zu berichten. Die göttlichen Wesenheiten, die den Menschen erst zu dem machten, was er ist, werden bis zum Ende dieser Runde auf Erden sein, um der Menschheit bei ihrer Entwicklung behilflich zu sein, auch wenn sie nur zu bestimmten Zeiten tatsächlich auch erscheinen, denn sie wirken mehr im Verborgenen.

Wir alle leben in der fünften Menschheit, sind also schon wieder auf den aufsteigenden Bogen. Bspw. waren die Körper der vierten Menschheit viel fester als es die unsrigen es heute sind. Was die Zeiträume angeht, von denen wir hier sprechen, erscheinen sie im Lichte der heutigen dogmatischen Geschichtsschreibung fantastisch, aber für den, der sich vorurteilsfrei eingehender damit beschäftigt, beweisen viele Funde zweifelsfrei, das die heutige Geschichtsschreibung und Zivilisationstheorie höchst unzureichend ist. Es gab bereits auf diesen Planeten hoch entwickelte Zivilisationen von denen wir uns fast keine Vorstellung machen können und von denen heute so gut wie nichts mehr bekannt ist.

In der fünften Menschheit besitzt der Mensch fünf Sinne. Die in sehr, sehr weit entfernter Zukunft kommende sechste Menschheit, wird sechs Sinne haben und sie wird sehr große geistige Fortschritte machen, sich wieder aus den Banden der Materie befreien und spätestens in der siebten Menschheit wieder fast geistig sein, nur dann nicht von außen betrachtet unbewusst und geistig, wie die erste Menschheit, sondern selbstbewusst und geistig, wenn man so will zugleich der relativ vollkommene Mensch, zumindest in dieser vierten planetaren Runde, in der sich erst das vierte von sieben Prinzipien im Menschen vollständig entwickelt.

Was die Kirche angeht, führt sie die Vernunftwerdung des Menschen auf die unlogische Erbsünde zurück. Adam und Eva sündigten im Lichte der Kirche, als sie vom Baum der Erkenntnis gegessen hatten und das, obwohl sie doch erst danach zwischen Gut und Böse unterscheiden konnten. Wie also, hätten sie vorher erkennen können, dass es eine Sünde wäre, ihrem Gott nicht zu gehorchen? Sie sind unschuldig. Erbsünde und Sühneopfer sind unhaltbare Machtinstrumente und Dogmen der Kirche. Der Baum und die Früchte stehen im Zusammenhang mit den höheren Wesenheiten, die den Menschen selbstbewusst, aber damit auch selbstverantwortlich machten, und die von der Schlange (der Weisheit, in der Kirche der Teufel) versprochene Unsterblichkeit, war die Unsterblichkeit der menschlichen Seele, auf die ich im vierten und letzten Teil dieser Serie zu sprechen komme.

Verschlagwortung: 

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