Theosopie der Geheimlehre v. H.P. Blavatsky: Eine Einführung - Teil 2

Ich möchte allen Interessierten mit dieser Reihe einen kurzen Einblick in die theosophischen Lehren vom Madame H.P. Blavatsky geben. In Teil 2 geht es um die Kosmogenesis der Geheimlehre.
Theosophie

Theosophie ist die Vereinigung von Religion, Philosophie und Wissenschaft zu einem ganzheiltichen und vernünftigen Weltbild auf Basis einer universellen Überlieferung. (Bild: Steven Otto)

Teil 1 dieser Serie befasste sich mit einer allgemeinen Einführung der theosophischen Lehren nach H.P. Blavatsky.

Teil 2: Kosmogenesis

Die Sieben ist eine heilige Zahl bei einigen Völkern und in einigen Religionen und man findet sie auch in der Natur, bspw. in den sieben Spektralfarben oder der siebenfachen Tonleiter. Die theosophische Siebenheit setzt sich immer zusammen aus einer oberen, verborgenen Dreiheit, bestehend aus drei relativ geistigen Prinzipien und einer niederen Vierheit, die aus vier mehr materiellen Prinzipien besteht, je nach dem, auf welcher Ebene sich eine solche Siebenheit offenbart.

Das Universum wird ebenso siebenfach eingeteilt in eine verborgene, obere Dreiheit, die über allem steht und einer niederen Vierheit, innerhalb der sich die gesamte Offenbarung oder kosmische Entwicklung vollzieht. Während die obere Dreiheit die drei höheren Ebenen des kosmischen Bewusstseins sind, stellen die jeweiligen Ebenen der niederen Vierheit die vier niederen Ebenen des kosmischen Bewusstseins dar. Innerhalb der niederen Vierheit gibt es sieben Ebenen der Substanz, wobei in jeder der vier niederen Ebenen des kosmischen Bewusstseins jeweils zwei Ebenen der Substanz sind, bis auf die letzte oder unterste Ebene, die nur eine Ebene der Substanz enthält.
Man hat also eine obere Dreiheit, eine niedere Vierheit und in der niederen Vierheit sieben Ebenen der Substanz und von oben nach unten betrachtet bedeutet das, dass es oben mehr geistig und unten mehr materiell zugeht. Die unterste Ebene der Substanz ist die Ebene, in der sich all das abspielt, was wir wahrnehmen können. Alle diese Ebenen, und eine jede hat ihr Leben und Bewusstsein bzw. Wahrnehmung, befinden sich alle im gleichen dreidimensionalen Raum, so wie bspw. bei Funkfrequenzen, die sich im gleichen Raum überlagern, aber nicht gegenseitig stören, nur das hier die unterschiedlichen Frequenzen eben die unterschiedlichen Schichten des kosmischen Bewusstseins bzw. der kosmischen Substanz sind. Kosmisches Bewusstsein und Substanz sind in dem Sinne aber nicht wirklich trennbar, sondern bedingen sich einander.

Am Anfang einer neuen Offenbarung, setzt der Universalgeist (in gewisser Weise das absolutes Prinzip) die Universalseele in Bewegung. Die Universalseele ist die erste Differenzierung der ursprünglichen Substanz. Dann wiederum offenbart der Geist durch die Universalseele das Universalgemüt. Universalgeist, Universalseele und Unversalgemüt, die obere Dreiheit im Kosmos, kann man mehr allegorisch auch als Vater, Mutter und Sohn bezeichnen oder mehr wissenschaftlich als Geist, Stoff und (intelligente) Kraft. Aus dem geistigen Universalgemüt gehen in gewisser Weise in der weiteren Entwicklung geistige Wesen hervor und aus diesen weitere, die absteigend immer weniger geistig und mehr substanziell sind usw. So entfaltet sich die für uns unüberschaubare kosmische Hierarchie geistiger Wesen und deren geistigere Welten, bis hinunter zu unserer eher materiellen Ebene.
Betrachtet man nun bspw. einen Planeten, so hat er immer sieben Runden oder große Perioden zu durchlaufen. Es ist dabei immer so, dass er sich in den ersten drei Runden vom Geist in die Materie entwickelt, d. h. er wird von Runde zu Runde materieller. Die vierte Runde ist dann die materiellste und zugleich der Angelpunkt dieser Entwicklung, denn mit den folgenden drei Runden vergeistigt er sich wieder von Runde zu Runde, bis er letztlich in gewisser Weise wieder zu seinen Ausgangspunkt zurückkehrt, jedoch vermehrt um die gemachten Erfahrungen. Zwischen jeder Runde liegt auch eine Art sekundärer passiver Phase, in dem er bzw. seine geistigen Prinzipien in Nirvana schlummern.

Alles in diesem Kosmos hat eine Art von Bewusstsein und zwar in dem Sinne, da alles immer eine Offenbarung einer geistigen Qualität ist.

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