Theosopie der Geheimlehre v. H.P. Blavatsky: Eine Einführung - Teil 1

Ich möchte allen Interessierten mit dieser vierteiligen Serie einen kurzen Einblick in die theosophischen Lehren vom Madame H.P. Blavatsky geben.
Theosophie

Theosophie ist die Vereinigung von Religion, Philosophie und Wissenschaft zu einem ganzheiltichen und vernünftigen Weltbild auf Basis einer universellen Überlieferung. (Bild: Steven Otto)

Das ist nur ein ganz kleiner (inhaltlicher und nicht zitierter) Einblick in mein Buch „Das Feuer – Lebenselixier der Weisheit“ und dieses Buch ist nur eine kurze zusammenfassende theosophische Abhandlung über „Die Geheimlehre“, das Lebenswerk von H. P. Blavatsky, die Begründerin der neuzeitlichen Esoterik gegen Ende des 19. Jh. Die folgenden Ausführungen können also nur den Hauch einer Ahnung der theosophischen Lehre vermitteln.

Teil 1: Einleitung

Was, wenn sich uns die erste Ursache aller Ursachen offenbaren würde? Man würde sich fragen, was wohl ihre Ursache ist. Setzt man sich damit auseinander, kommt man zu dem Schluss, dass hier eine unendliche Kausalitätskette vorliegen muss. Aber Unendlichkeit, das Unbegrenzte, ob nun bezüglich des Raumes oder der Zeit, kann von einem begrenzten Wesen wie der Mensch es ist, nicht erfasst werden.

Vernunftgemäß muss man einen Trennstrich ziehen, zwischen dem ewig Unerfassbaren und dem, was wir überhaupt im Stande sind, erfassen zu können. Ersteres ist in der Theosophie das absolute Prinzip, über das niemand erfolgreich spekulieren kann. Dieses ABSOLUTE PRINZIP kann aber auch nicht Nichts sein, ist es doch die Quelle alles Geoffenbarten. Und von nichts kann bekanntlich auch nichts kommen. Wenn uns etwas das philosophische Paradoxon „Es ist und doch ist es nicht“ versinnbildlichen kann, dann ist es der Raum. Der Raum existiert zweifelsfrei, denn er ist der große „Enthalter“. Er enthält alles was ist. Und doch, wenn man sich den Raum vorstellt, ohne dass er etwas enthält, was sieht man anderes als nichts? Der Raum ist das, was immer war, ist und immer sein wird und er wird als Symbol des Absoluten in der Theosophie durch drei Aspekte axiomatisch charakterisiert: (1) universeller GEIST, (2) ursprüngliche MATERIE und (3) ewige DAUER.
In der wahrnehmbaren Welt entwickelt sich alles immer zyklisch. Tag und Nacht, Schlafen und Wachen, Sommer und Winter etc. sind sichtbarer Anzeichen dieser ZYKLIK. Es gibt menschliche, irdische und kosmische Zyklen. Das Universum befindet sich entweder in einer passiven Phase, dann ruht alles im Absoluten. Oder aber es befindet sich in einer aktiven Phase, der Phase der Entwicklung eines Universums. Auf eine aktive Phase folgt immer eine gleichlange passive Phase, an deren Anfang alles wieder zu seiner Quelle zurückkehrt, um im Absoluten zu ruhen. Die aufeinanderfolgenden Offenbarungen sind durch Karma verbunden, d. h., dass die aufeinanderfolgenden Offenbarungen jeweils eine unendliche Kausalitätskette bilden und zwischen ihnen breitet sich immer eine gleichlange Phase der Passivität aus. Und das bedeutet auch, dass eine beständige Weiterentwicklung stattfindet.

Ruht alles im Absoluten, dann kann man das auch NIRVANA nennen. Nirvana bedeutet nicht absolute Auslöschung. Diese absolute Auslöschung bezieht sich nur auf die materiellen Formen, die immer früher oder später vergehen, so wie der menschliche Körper am Ende eines irdischen Lebens wieder in die Natur eingeht und sich in diesem Sinne auflöst. Aber für den Geist gilt dies nicht. Der Geist ist der Ursprung des Seins. Der Geist nutzt Materie um sich in begrenzter Form offenbaren zu können, um eine Entwicklung zu vollziehen, eine geistige Entwicklung. Die Formen wechseln, die Materie ist vergänglich, aber der Geist, kann nicht vergehen: Er ist ewig.

Als ein geistiges Wesen in Nirvana einzugehen bedeutet in Normalfall, in einen traumlosen Schlaf zu versinken. Man schläft dann sozusagen im Absoluten während einer passiven Phase. Sobald dann eine neue aktive Phase beginnt, erwacht man aus diesem Schlaf und folgt seiner weiteren geistigen Entwicklung: eine niemals endende Vollendung.
Nicht nur in der theosophischen Philosophie wird allein das Absolute als einzige Wahrheit und Realität betrachtet, da es unbedingt ist. Alles was aus diesem Absoluten für eine bestimmte Dauer hervorgeht, ist immer begingt, begrenzt oder endlich. Daher wird die Offenbarung an sich oft auch als MAYA bezeichnet, d. h. Täuschung oder Illusion. Alles im Universum unterliegt einer ständigen Bewegung und dadurch auch einer beständigen Veränderung. Nichts in diesem offenbaren Universum IST, sondern alles ist beständig im WERDEN begriffen. Nun aber, sofern ich bspw. einen Schmerz verspüre, ist das sicher keine Illusion und das ist ganz richtig, denn dieses Konzept ist ein philosophisches oder rein metaphysisches Konzept. Alles in diesem Universum ist als eine Reflexion des Absoluten eine bedingte Illusion. Aber, da ich selbst eine Reflexion bin, ist all das, was ich wahrnehme, natürlich genauso real wie ich es bin und in diesem Sinne ist das all das auch Realität oder Wahrheit und für das wahrnehmende Wesen auf dieser Ebene auch die einzige Wahrheit.

 

Weiter zu Teil 2 "Kosmogenesis" von Theosopie der Geheimlehre v. H.P. Blavatsky: Eine Einführung.

 

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