Endlich Nichtraucher!

Ca. 15 Jahre habe ich geraucht. Jahrelang habe ich versucht, es mir abgzuwöhnen. Losgeworden bin ich es letztlich auf die harte Tour.
Zigarette

Eine Geisel der Unvernunft und Schwäche: das Rauchen. (Bild: Steven Otto)

Mittlerweile ist es zwar nicht allzulange, aber doch schon ein paar Jährchen her, dass ich dieses Laster logeworden bin. Aufhören wollte ich allerdings schon sehr viel länger. Als ich vor einiger Zeit aufgrund von Fotobüchern, die ich gerade anlege, auch in einem alten Tagebuch gelesen habe, ist mir dieser gute Vorsatz begegnet. Der Eintrag war von 1994, da war ich 18 und habe schon ca. zwei Jahre geraucht.

Zwei mal war es so, dass ich mir eine bestimmte Frist gesetzt habe, wann ich mit Rauchen aufhören will. Dabei habe ich mir auch fast jeden Abend ordentlich ins Gewissen geredet, wie man so schön sagt. Und just an dem entscheidenden Tag, war das Verlangen nach rauchen vollkommen weg. Was für eine Freude.  So habe ich mehrere Monate als Nichtraucher gelebt. Als ich aber begann anzunehmen, ich könne es beherrschen, da ich ja aufhören konnte, war das der Anfang vom Ende und bald war ich wieder Vollzeit-Raucher.

In den letzten Jahren als Raucher war es auch so, dass mich nun auch mein schlechtes Gewissen immer öfter mahnte, was diese Angelegenheit betraf, wohl auch, da ich ja wirklich damit aufhören wollte. Es stinkt, man selbst stinkt, es schmeckt schlecht, stört andere Menschen, ist nicht gesund, eine Verschwendung von natürlichen Ressourcen, macht auf Dauer hässlich und ist ein klares Zeichen von Willensschwäche bzw. Unvernunft. Es hat nicht einen Vorteil und dennoch glaubt man, es wäre eine tolle Sache zu rauchen und fühlt sich gut dabei. Und das wird nur dann möglich, wenn man die negativen Aspekte des Rauchens nachhaltig verdrängt.

Dabei sind die versuchenden Bilder und Gedanken, die zum Griff einer Zigarette führen, wenn man sie sich bewusst macht, geradezu törricht. Da wird einem von der "Gewohnheit" eingegeben, dass es super wäre, jetzt eine Zigarette zu rauchen, da man sich dann besonders gut fühlen und besonders toll sein würde, d. h. unvernünftig, stinkend und Schwäche zeigend. Oder wenn man aufhören will, die Ansicht, dass man ja so viele schöne Stunden rauchend zugebracht hat, was natürlich auch eine Täuschung ist, denn die schönen Stunden die man verbracht hat, waren ja nicht schön wegen dem Rauchen. Alles perfide Täuschungen der Materie oder Unvernunft, die nicht selten in Selbsttäuschung enden, denn die Gewohnheit ist es nicht, die zur Zigarette greift.

Wie dem auch sei, abgewöhnt habe ich es mir letztlich auf die harte Tour und das wie folgt:

Wenn ich Lust hatte eine zu Zigarette zu rauchen, dann durfte ich das. Aber: vor der Tür und nicht eine, sondern ich musste dann immer mindestens drei Zigaretten am Stück rauchen und zwar nicht gemächlich, sondern relativ schnell hintereinander, Zug um Zug. Spätestens nach der dritten Zigarette war mir immer so speiübel, dass ich mich in die Wohnung hochgequält habe, mir die Zähne geputzt und Hände, Gesicht gewaschen habe und mich jedes mal im Spiegel dabei ansah, kreidebleich, übel und mit einem ganz widerlichen Geschmack im Mund und Geruch an mir und mich fragte: "Warum nur, tust du dir das an. Warum? Wie kann man so dumm sein!"

Die Reinigung nach dem Rauchen gehörte dazu, damit man sich beim nächsten mal auch wieder bewusst wird, wie das schmeckt und riecht. Was soll ich sagen, die Abstände zwischen den Rauchgängen nahmen immer mehr zu. Aber noch oft habe ich mich und meinen Körper auf diese Art und Weise gequält. Ganz schrecklich, wenn ich nur daran denke, wie übel mir jedes mal nach dem rauchen war. Ich habe mir zudem wieder eine Frist gesetzt, bis wann diese Unvernunft ein Ende haben soll und als der Tag gekommen war, siehe da: endlich war ich Nichtraucher und bin es bis heute auch geblieben.

Jeder inneren, versuchenden Regung, die diesbezüglich manchmal immernoch in mir hochkommt, wird aufs Schärfste begegnet. Rauchen ist absolut widerlich und unvernünftig und da ich diesbezüglich vernünftig geworden bin, lasse ich diesen täuschenden Versuchungen keine Chance mehr, sich bei mir festzusetzen, ohne Ausnahme. Ich trauere nicht, dass ich aufgehört habe, ich bin sehr glücklich damit: Endlich frei von dieser unsäglichen Sucht!

Verschlagwortung: 

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