Die Tugenden: Kraft und Ausdauer

Ein tugendhaftes Leben zu führen heißt ein relativ geistiges Leben zu führen.
Flammen

Das Feuer: Seit je her Sinnbild des Göttlichen und das Göttliche (bspw. als symbolisch Sonne) wurde u.a. immer auch als die Vereinigung aller Tugenden und das in höchster Vollkommenheit gedacht. (Bild: Steven Otto)

Wie alles kann man auch die Kraft mindestens von zwei Seiten betrachten. Zum einen die körperliche Kraft. Es ist die Pflicht eines Menschen seinen Körper gesund und geschmeidig zu halten, denn er gehört nicht uns, sondern versteht sich im Theosophischen vielmehr als Leihgabe der Natur an unser höheres Prinzip in dessen Stellvertretung wir (vernünftig) handeln (sollten). Und dementsprechend sollte man seinen Körper natürlich auch behandeln und ihn möglichst gar nicht erst durch so unvernünftige Dinge wie bspw. Alkohol oder Süßigkeiten etc. schädigen. Und dazu gehört auch die entsprechende Portion körperlicher Kraft, für den einen mehr für den anderen weniger. Im Buchtipp "Fit ohne Geräte" sage ich es wie folgt:

Kraft gehört zu einem tugendhaften Leben, auch die körperliche Kraft. Und wer nicht in Wald oder Flur arbeitet, sondern nur noch klickt und "swiped", der sollte zudem Acht geben, dass er nicht immer weiter körperlich degeneriert.

Und "Erziehung zur Schönheit" heißt eben nicht nur Erziehung zur inneren Schönheit, d.h. Erziehung zur Tugend, sondern auch zur äußeren Schönheit und in etwa mindestens bedeuten sollte, in einer natürlichen Form zu bleiben und bestenfalls – und hier sind natürlich die (echten) Männer gefragt – auch entsprechend definiert. Der moderne "Spargeltarzan" punktet diesebzüglich genausowenig, wie der überbordende Wohlstandbauch. Eitelkeit sollte jedoch weder Ursache noch Folge eines solchen Trainigs sein.

Andererseits geht es natürlich auch um die innere Kraft und das ist vornehmlich die Willenskraft und nichts anderes. Und die Willenskraft ist sehr wichtig für die geistige Entwicklung des Menschen. Ich führte das bereits im Artikel "Der innere Kampf um das geistige Überleben - Teil 1: Die Vernunftwerdung" genauer aus. Und da die Willenskraft eine geistige Kraft ist, wird sie gestärkt vor allem durch eine geistige, sprich tugendhafte Lebensweise und geschwächt durch eine materialistische Lebensweise. Warum das so ist wird auch klar, wenn man sich vor Augen hält, dass das Sinnbild des Göttlichen und das Göttliche oder geistige Prinzip sehr oft auch als die höchste Vernunft in Vereinigung aller Tugenden und das in höchster Vollkommenheit gedacht wurde und das dem Geistigen entgegengesetzte nunmal die Materie oder das materielle, sprich unvernünftig-materialistische Leben ist, aus dem zwangsläufig ein Schwacher Wille herrührt odre anders gesagt:

Umso vernünftiger/tugendhafter man ist, um so stärker ist der Wille und umso unvernünftiger oder untugendhafter man lebt, um so schwächer ist der Wille.

Auch die Ausdauer in ihrem körperlichen Aspekt ist sicher eine wichtige Tugend. In ihrem mehr geistigen Aspekt hat sie unter schwierigen Bedingungen viel mit der Tugend der Tapferkeit zu tun. Um seine Ziele zu erreichen ist (u. a.) ein ordentliches Maß an Durchhaltevermögen natürlich enorm wichtig. Und das ist widerum auch von der Kraft abhängig, nicht selten auch vom Grad der Geduld, die man aufbringen kann. Und wie alles lässt sich auch der geistige Aspekt der Ausdauer am besten durch Übung stärken, d.h. man muss es einfach tun.

Ausdauer ist das Fundament aller Tugenden. (Honoré de Balzac, frz. Philosoph)

Und das wird klar, wenn man erkennt, dass die hinsichtlich der Tugenden so wichtige Leidensfähigkeit natürlich auch einer starken Ausdauer bedarf. Es mag hier wie bei der Willenskraft für die Stärkung dieser Tugenden eine starke Motivation oder großes Interesse, ein klares Ziel, bereits gemachte erfolgreiche Erfahrungen und die Gewohnheit oder Übung durch praktische Anwendung eine große Rolle spielen.

Und aus der (Willens-)Kraft und der Ausdauer ergibt sich ein unglaublich großes Potenzial für das Wirken des Menschen, eine Tatsache, die das deutsche Sprichwort

Beharrlichkeit überwindet alles

schön zum Ausdruck bringt. Und dieses Kraftpotenzial ist auch nötig, wenn man den übergeordneten Sinn des Lebens, sprich die geistige Entwicklung, in dieser heutigen so materialistischen Welt bemeistern möchte.

 

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