Die Tugenden: Frauen- und Mütterverehrung

Ein tugendhaftes Leben zu führen heißt ein relativ geistiges Leben zu führen.
Das Feuer

Das Feuer: Seit je her Sinnbild des Göttlichen und das Göttliche wurde u.a. immer auch als die Vereinigung aller Tugenden und das in größter Vollkommenheit gedacht.

Natürlich ist die Verehrung der Eltern eine altehrwürdige und wichtige Tugend und sie gehört sicher auch hier her.

Hier aber geht mir insbesondere um die uns überlieferte große Verehrung von Frauen und Müttern, denn sie war nicht grundlos und man man zählt auch sie zu den Tugenden, mal davon abgesehen, ob es sich nun um die eigene Mutter oder die Mutter der eigenen Kinder handelt.

Auch wenn Frauen aufgrund ihrer körperlichen Schwäche und der Unvernunft der Männer leider in vielen Zeiten zum Spielball eben solcher Männer wurden - und nebenbei gesagt, dass sie dem Mann in der Ehe Untertan sein soll, ist nur eine dreiste Erfindung der Kirche, denn es sollte doch vernunftgemäß eher um harmonische Gemeinsamkeit und Einigkeit gehen - so haben doch auch immer wieder Kulturen die besondere Wesenheit der Frauen und ihre wichtige Rolle als Mutter erkannt und sie dementsprechend verehrt und zum Teil mit einer heiligen Aura umgeben.

Alles Gute, Große, Schöne der Menschheit nimmt seinen Ursprung unzweifelhaft aus mütterlichem Einfluß.

G. W. F.  Hegel, dt. Philosoph

Diese Verehrung hat auch einen philosophischen Aspekt. Der Mensch kennt mindestens in diesem Sinne seine "Mutter", die bis zu einem gewissen Grad fühlbare Natur, besser als seinen Vater, den abstrakten und immer verborgenen Geist. Und deshalb waren die weiblichen Gottheiten auch immer geheiligter als die männlichen. Der älteste überlieferte Logos (Verbum, das Wort, ordnendes geistiges Prinzip) war immer weiblich, die Mutter der sieben heiligen planetarischen Mächte.

Die theosophische Kosmogenesis der Geheimlehre beginnt demnach auch wie folgt:

DIE EWIGE MUTTER, GEHÜLLT IN IHRE IMMER UNSICHTBAREN GEWANDE, HATTE WIEDER EINMAL WÄHREND SIEBEN EWIGKEITEN GESCHLUMMERT...

Die Verehrung hat aber auch mehr weltlich-spirituelle Gründe. Die Frau ist aufgrund ihrer Wesenheit ihrem Herz sehr nahe, so wie der Mann aufgrund seiner Wesenheit eher dem Denkprinzip zugeneigt ist. Frauen wissen daher oft intuitiv, wo Männer sich erst (lange) hineindenken müssen. Und da die Einsichten des Herzens Seelenweisheiten sind, so war der Rat besonders tugendhafter Frauen (weil diese ihrem Herzen besonders nahe sind) im Altertum oft sehr hoch geschätzt.

Die Mutter war aus ihrer Herzens- und damit Seelennähe heraus auch immer die Beschützerin der Sitte (Tugenden) und Traditionen in den Familien und somit auch die Wahrerin der Familie an und für sich. Es war die Mutter, die auf den Zusammenhalt innerhalb der Familie und deren soziale Aktivitäten achtete, die überlieferten Sitten und Traditionen pflegte, die die Fahne der Moral hoch hielten, den Geist der Selbstbeschränkung, des Maßes und der Opferwilligkeit in ihrer Familie förderten. Und sie wirk(t)en fürsorgend, ausgleichend, versöhnend, liebend.

Willst du genau erfahren, was sich ziemt, so frage nur bei edlen Frauen an. 

J. W. v. Goethe

Der Themenkreis Hausstand, Familie und Kinder ist die durch die Besonderheiten der weiblichen Natur - u. a. ihr soziales Wesen - begründete natürliche Berufung der Frau. Und da die Familien die Zellen im Organismus der Gesellschaft sind, so ist er der zweifelsfrei mit Abstand wichtigste und verantwortungsvollste Beruf in einer Gesellschaft. Die Mütter sind demnach nicht nur das Herz und damit die Seele ihrer Familie, sondern auch dieser Gesellschaft!

In diesem Sinne wünsche ich mir von allen mehr Ehre gegenüber ihren Müttern und sicher freut sich auch der Vater über ein: "Danke für alles und ich liebe Dich." Und insbesondere wünsche ich mir natürlich von den Männern mehr Verehrung gegenüber ihren Frauen, vor allem, wenn sie selbst schon Mütter sind.

Verschlagwortung: 

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