Die Philosophie des Glücks

Mir ist bei einem meiner letzten virtuellen Diksussionsstreifzüge Yogi Nils begegnet, der ein Anhänger der Philosophie des Glücks ist, man lernt tatsächlich nie aus.
Prometheus

Wir können uns glücklicher machen, in dem wir den Engel in uns glücklicher machen. Zu sehen ist hier übrigens ein, wie ich finde, sehr schönes Detail in der Dresdner Altstadt. (Bild: Steven Otto)

Wikipedia belehrt uns über diese Philosophie:

Die Philosophie des Glücks (Glücksphilosophie) ist die Richtung der Philosophie, die sich mit der Natur und den Wegen zum Erlangen des Glücks bzw. der Glückseligkeit (griech. ευδαιμονία, eudaimonia) auseinandersetzt.

Und warum ich nun darüber schreibe ist die Tatsache, dass ich erstaunliche Parallelen fand, was die Handlungsempfehlungen dieses speziellen Anhängers der Philosophie des Glücks waren, die zudem wissenschaftlich untermauert wurden, bezogen auf Studien bzw. Literatur, sofern ich das richtig erkannt habe auf den Glücksforscher Ed Diener, David Niven und John A. Schindler, mir unbekannt, aber ich gebe es mal so weiter: Folgende Tipps waren u.a. zu finden:

  • Sportliche Betätigung und Aktivität: aktive Menschen besitzen 15% mehr Lebenszufriedenheit als ihre eher passiven Mitmenschen, ein täglicher Spaziergang, am besten natürlich in freier Natur, steigert das Lebensglück um 12%.
  • Gutes tun: Und das heißt ja vor allem anderen helfen, und wer regelmäßig anderen Menschen etwas Gutes tut, ist 24% glücklicher als ein Mensch, der nur für sich selbst lebt. Geholfen zu haben ist und bleibt eine der schönsten Freuden.
  • Ruhe: Denn es muß zur Aktivität auch ein Ausgleich geben, d. h. u. a. früh zu Bett gehen, in jedem Fall vor 24 Uhr. Jede fehlende Stunde Schlaf verringert die positive Einstellung am nächsten Tag um 8%. Und natürlich auch einem Hobby o. ä. nachgehen, was aktive Entspannung schafft und Freude bereitet.
  • Zu viel Fernsehen macht unglücklich: Die wissenschaftliche Forschung hat klar ergeben: “Jede Stunde Fernsehen am Tag verringert die allgemeine Lebenszufriedenheit um 5%. Das Fernsehen orientiert die Menschen auf den Weg des äußeren Glücks. Es erweckt Wünsche. Es verstärkt Aggressionen. Es erzeugt Ängste. Wer in seinem inneren Glück wachsen will, muss den Fernseher abschaffen oder einen positiven Umgang damit erlernen." Hört, hört, ich habe diesen Befreiungsakt ja schon hinter mir, und da wird bei der großen Zeitersparnis gleich noch ein neues Hobby fällig oder mehr Zeit für die Familie oder um Gutes zu tun oder... :)
  • Freundschaften pflegen: Menschen, die sich regelmäßig mit anderen Mensch austauschten, erleben eine Verringerung ihrer Sorgen um 55%
  • Die Freude pflegen: Wer regelmäßig kleine Elemente der Freude in sein Leben einbaut (bitte keine Süßigkeiten), steigert sein allgemeines Lebensglück um 20%
  • Humor: Wer Humor hat, erhöht sein Lebensglück um 33%. Wir sollten die Dinge nicht zu ernst nehmen. Wir sollten es lernen, auch über uns selbst zu lachen.

Und es gab auch noch ein paar allgemeinere Tipps, wie bspw. entspannt leben, ein gutes Selbstwertgefühl aufbauen oder erhalten, eine positive Einstellung gegenbüber dem Leben haben und nun haltet euch fest: "Das große Geheimnis des Glücks ist, dass es zu 90% vom Inneren eines Menschen abhängig."

Ich finde das ganz wundervoll und erstaunlich, dass man forscht, wie man natürlich glücklich wird und dabei herausfindet, dass man tugendhaft leben sollte! Eine sehr schöne Philosophie wie ich finde. Und der Wehrmutstropfen? Wir müssen uns überwinden, um tugendhaft zu sein. Immer und immer wieder müssen wir gegen die Trägheit der Materie ankämpfen und sie überwinden, um uns natürlich gut oder glücklich zu fühlen.

Bei der untugendhaften Handlung ist man oft vorher und währenddessen glücklich und danach unglücklich aufgrund des Gewissens. Bei einer tugendhaften Handlung ist es genau umgedreht, da man oft vorher unglücklich und nachher glücklich ist, auch aufgrund des Gewissens oder anders gesagt: Erst die Arbeit und dann das Vergnügen.

Nur mal ein Beispiel: Ich bin (noch) Warmduscher, aber ich dusche nach dem normalen duschen immer noch kurz kalt ab. Im Grunde ja eine Horrorvorstellung und auch währenddessen nicht gerade ein Glücksgefühl. Ich fange unten links am Fuß an, dann hoch bis zur Hüfte, dann so der rechte Fuß, dann der linke Arm beginnend von den Händen nach oben bis zur Schulter und dann so der rechte Arm, alles soweit kein Problem, aber der nächste Schritt kostet wirklich Überwindung, Rücken und Brust, Vorder- und Rückseite des Oberkörpers vom Hals an abwärts, dann der Kopf, was auch nochmal ein wenig Überwindung kostet. Dabei rede ich mir stur ein, dass es für Körper, Geist, und Seele  etwas ganz wundervolles ist, was es ja zweifelsfrei auch ist, aber in dieser Situation sage ich es (innerlich), um das laute schreien meines inneren Schweindehundes zu überwinden, der mich natürlich für komplett verrückt hält soetwas freiwillig zu machen.

Aber danach, ich sage euch, dass ist ein Gefühl, das man durch normales duschen nicht erreichen kann. Falls ich es mal nicht so mache, fühle ich mich so, als hätte ich nicht vollständig  geduscht. Es ist sehr gut, nicht nur für den Körper und die Gesundheit. Man muss sich nur kräftig selbst in den Allerwertesten treten und dagegen halten, wenn der innere "Schweinehund" zu lamentieren beginnt und glaubt mir, er hat sehr, sehr viele, sehr beeindruckende Ausreden verknüpft mit entsprechenden Gefühlen! Nur nicht täuschen lassen und an eine von Erich Kästner so schön formulierte Weisheit denken:

Es gibt nichts Gutes, außer man tut es. (Erich Kästner)

In diesem Sinne: Macht euch selbst natürlich und nachhaltig glücklicher!

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