Die Familie im historischen Kontext III: die wichtige Rolle der Frau

Die überlieferte große Verehrung von Frauen und Müttern war nicht grundlos. Auch wenn sie aufgrund ihrer körperlichen Schwäche und der Unvernunft der Männer in vielen Zeiten zum Spielball eben solcher Männer wurden, so haben doch auch immer wieder Kulturen die besondere Wesenheit der Frauen und ihre wichtige Rolle als Hüterin von Moral und Tradition, als Mutter und als Seele der Famile und damit auch als Seele der Gesellschaft erkannt und sie dementsprechend verehrt.
Frau und Kind

Bild: Steven Otto

Vom Altertum zur Postmoderne: die Familie im historischen Kontext

Teil 3 von 3

Frau und Mutter, die Wahrerin der Familie, Sitte und Tradition

Mann und Frau sind nicht nur unterschiedlich in ihrer äußeren sondern auch in der Ausprägung ihrer inneren Wesenheit. Der Mann neigt eher dem Denkprinzip zu und die Frau mehr dem Herzen. Wenn der Mann für Logik steht, dann steht die Frau für Moral. Der Mann muss sich in vieles erst hineindenken, wo die Frau oft intuitiv weiß. Und da diese intuitiven Einsichten des Herzens Seelenweisheiten sind, so war der Rat besonders reiner und tugendhafter Frauen im Altertum auch immer sehr hoch geschätzt. Das ist der eigentliche Grund der Frauenverehrung. Und wer kennt nicht die Aussage, dass hinter einem erfolgreichen Mann auch immer eine starke Frau steht.

Die Mutter war aus ihrer Herzens- und damit Seelennähe heraus auch immer die Beschützerin der Sitte und Traditionen in den Familien und somit auch die Wahrerin der Familie an und für sich. Es war die Mutter, die auf den Zusammenhalt und die sozialen Aktivitäten innerhalb der Familie achtete, sie erhielt und pflegte die überlieferten Sitten und Traditionen, hielt die die Fahne der Moral hoch und sie hob den Geist der Selbstbeschränkung, des Maßes und der Opferwilligkeit in ihrer Familie. Sie wirkte ausgleichend, versöhnend, liebend.

In vergangenen Zeiten sah man es, aus philosophischer und logischer Sichtweise heraus ganz richtig, nicht als Zufall an, ob man als Frau oder Mann geboren wurde. Der Themenkreis Hausstand, Familie und Kinder ist die durch die Besonderheiten der weiblichen Natur begründete natürliche Berufung der Frau. Und da die Familien die Zellen im Organismus der Gesellschaft sind, ist er der mit Abstand wichtigste und verantwortungsvollste Beruf, sofern man den Wert nicht allein nach dem Geldwert misst. Die Individuen einer Gesellschaft werden in ihren Familien erzogen und die Gesellschaft ist demnach mindestens in moralischer Hinsicht in diesem Sinne ein Spiegelbild der Familien.

Die Mutter stand im Zentrum der Familie und lange Zeit wussten sie, wie sie ihre Kinder zu erziehen hatten, dass sie ihre Mutter auch verehrten. Die Frauen- oder Mutterverehrung durch alle Zeiten hat aber auch einen geistigen Aspekt. Denn der Mensch kennt mindestens in einem philosophischen Sinn seine Mutter, die bis zu einem gewissen Grad fühlbare Natur, besser als seinen Vater, den abstrakten Geist. Und deshalb waren die weiblichen Gottheiten auch immer geheiligter als die männlichen. Der älteste überlieferte Logos war immer weiblich, die Mutter der sieben heiligen planetarischen Mächte.

Frauen sind rational und konservativ in der Sitte, Wahrend, in ruhendem Sein und Wesen. Eigenschaften, die hin zum Guten wirken können, wie sie es lange Zeit im Sinne der Moral und Familie auch taten. Aber Frauen sind auch fessellos, den fremden hingebend in der Produktivität und mit einem relativ hohem Nachahmungstrieb und das kann bei entsprechender Motivation auch sehr negativ wirken.

Eine solche Entwicklung begann bereits im Mittelalter mit den Minnesängern (die verheirateten Frauen Liebeslieder sangen) und der bei ihnen stets mitklingenden Botschaft, dass sich Ehe und Liebe nicht vertragen. In der späteren feinen Gesellschaft, hatten die Frauen nichts mehr zu tun, denn die Dienerschaft erledigte alles, bis hin zur Kindererziehung. Also widmete man sich dem Zeitvertreib, insbesondere stürtzten sie sich auf die Literatur, auch die romantische und sittenzersetzende Literatur der Aufklärung. Es entstand schnell die Ansicht, die Berufung der Frau sei weniger wert, als die des Mannes, was natürlich Unsinn ist.

Und die Trennung der Geschlechterrollen ist ein deutliches Zeichen für eine höhere Kulturstufe, so wie die Arbeitsteilung generell ein Zeugnis einer höheren Kulturstufe ist. Geschlechterrollen sind eine Form der Arbeitsteilung, die den verschiedenen Wesenheit der Beteiligten Personen optimal gerecht wird. Nur bei vollkommener Kulturlosigkeit war die Frau gezwungen, trotz der verschiedenen innerlichen und äußerlichen Wesenheit, wie ein Mann zu agieren, bspw. um das Überleben ihrer Kinder zu sichern. Und in einer solchen niedrigen Kulturstufe ist auch der geschichtliche Boden für die Verschmelzung von männlichen und fraulichen Sitten bzw. Rollen zu finden.

Heute sehen viele Frauen beeinflusst durch die gesellschaftlichen Umstände ihre so überaus wichtige und verantwortungsvolle Rolle und herausfordernde Aufgabe als niederwertige Altlast an, von der man sich emanzipieren muss. Zudem übernehmen größtenteils der Staat und die Medien die Erziehung der Kinder, die Grenzen der Geschlechter und Geschlechterrollen verwischen immer mehr, von Moral und Sitte kann nur noch bedingt gesprochen werden und die Auswirkungen dieser Entwicklungen sind in der Gesellschaft entsprechend fatal.

In Teil 1 wurde die Wesensart der natürlichen Familie aufgezeigt, in Teil 2 einige Gründe für den Wandel des Familienbegriffs beleuchtet und in diesem abschließenden Teil die wichtige Rolle der Frau für die Familie angedeutet. Es ist an uns, wieder zur Moral, den alten Traditionen und Werten zurückzufinden und für die Wiederauferstehung der natürlichen Familie zu wirken, um so die Zukunft mit einem vernünftigen Familienwesen zu prägen.

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