Abgesänge - Teil 3: Materialismus

Wer sich ein wenig näher mit der Materialismus auseinandersetzt, kommt zu erstaunlichen Einsichten.

Es wird kommen, wie es bisher immer gekommen ist: Der Materialismus zerstört sich selbst. (Bild: Steven Otto)

Materialismus ist in dem hier gebräuchlichen Sinne eine gesellschaftliche Strömung deren Hauptaugenmerk auf materiellen Besitz liegt, d.h. ethischer Materialismus und im Zusammenhang wissenschaftlicher Betrachtungsweisen auch eine Position, die alles allein mit und durch Materie erklären will und demnach eines geistigen Prinzips als Urgrund aller Dinge leugnet. Das der Atheismus mit dem heute vorherrschenden naturwissenschaftlichen Materialismus einhergeht, ist nur eine logische Konsequenz.

Die Natur, wie wir sie wahrnehmen, ist ein äußerst komplexes und hochorganisiertes System. Ihre Größe, Schönheit, Effizienz und Intelligenz versetzt uns immer wieder in staunen. Der Mensch ist sehr oft bemüht, von ihrer Genialität zu lernen und wir bewundern, wie hochintelligent die Natur ihre Probleme löst.

Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass dieses komplexe, selbsterhaltende, intelligente und harmonische System der Natur allein durch Zufall (im Sinne von Ursache und Wirkung aber ohne Intelligenz) und durch blinde (nicht intelligente) Kräfte aus einem uranfänglichen gänzlich unorganisierten oder chaotischen Zustand entstanden ist.

Nimmt man aber ein sehr großes Chaos an und lässt einzig und allein blinde oder chaotische Kräfte wirken, dann kann daraus niemals etwas anderes als Chaos entstehen. Das ist es, was uns unsere Erfahrung lehrt. Denn um eine geniale Ordnung in einem Chaos zu schaffen, benötigt man mindestens eine gewisse Intelligenz, d.h. intelligente und nicht blinde Kräfte und bei komplexeren Aufgaben ganz sicher auch einen Plan.

Die Lösung der Wissenschaft ist wie oft das unlogische Motto „aus sich selbst heraus“, so wie das Universum sich aus sich selbst heraus erschafft, so organisiert es sich auch aus sich selbst heraus. Ersteres versucht uns die Urknalltheorie näher zu erklären und Letzteres die Chaostheorie. Und diese Theorien verstricken sich vor allem in Zirkelschlüsse und unlogische Betrachtungsweisen, wie ich in meinem ersten Abgesang bereits näher erläuterte. Und das passiert sicher nicht, weil diese Theorien so wahrhaftig sind.

Da der materialistische Wissenschaftler kein ursächliches, intelligentes, geistiges Prinzip wahrnehmen kann, es für ihn damit inexistent ist, so ist er gezwungen anzunehmen, dass all die intelligenten Wirkungen, die eben durch Kräfte allein nicht zu erklären sind, aufgrund von Selbstorganisation zufällig entstehen. Aber ist denn irgendeiner von uns zufällig aus sich selbst heraus intelligent geworden? Oder bedurften wir nicht Hilfe von außen (im Sinne der Natur von einer geistigeren Ebene) und mussten wir nicht zielgerichtet nach Plan vorgehen und auf externes Wissen zurückgreifen?

Eine Schneeflocke bspw. ist aufgrund ihrer harmonisch-geometrischen Komplexität offensichtlich ein hochorgansierter Ausdruck einer intelligenten Kraft. All die vielen feststellbaren intelligenten Wirkungen der Natur deuten auf ein ihr zugrunde liegendes intelligentes und geistiges Prinzip hin. Wer intelligente Wirkungen nicht auch auf eine intelligente Ursachen zurückführt, macht sich der Unlogik schuldig, so wie auch derjenige, der glaubt, all das würde aus sich selbst heraus passieren, nur weil er es nicht anders wahrnehmen kann.

Man könnte an vielen weiteren Beispielen zeigen, dass es sehr einfach ist, rein materialistische Theorien aufzustellen, sofern man am Ursprung alles, was zwingend auf ein geistiges, intelligentes Prinzip hindeutet, unerklärt annimmt und darüber hinaus bereit ist, über die grobe Unlogik hinwegzusehen, die sich aus dieser falschen Grundannahme ergeben müssen. Und in einer Welt der Dualität wird es neben dem Prinzip nicht intelligenter Materie auch ein Prinzip intelligenten Geistes geben müssen. Die Wissenschaft verkürzt das heute auf Selbstorganisation und bestimmte Kräfte, weil man intelligente Käfte nicht anerkennen kann, denn es ist ja kein intelligentes Prinzip nötig, wie man sehen kann - hoch lebe der Zirkelschluss.

Jedem sollte in diesem Zusammenhang auch klar sein, dass die heutige Wissenschaft, wenn man es sorgfältig betrachtet, weder die Entstehung des Universums, der Galaxien, des Sonnensystems, des Mondes, ja noch nicht einmal des vielen Wassers auf dieser Erde hinreichend erklären kann. Und sie wird die Frage nach dem ursprünglichen Leben genauso wenig sinnvoll beantworten können, wie die Frage nach dem Ursprung des Seins.

Und die Schlussfolgerungen rein materialistischer Lehren sind in ihrer Gänze sehr fatal für den Einzelnen, wie auch für diese Gesellschaft. Denn ohne ein ursprüngliches ewiges und geistiges Prinzip, ohne Leben unabhängig von der irdischen Materie erscheint im Licht des Materialismus diese ganze Schöpfung und das eigene Leben nur wie ein mehr oder weniger glücklicher Zufall, der früher oder später einfach ins buchstäbliche Nichts entschwinden wird und demnach ist all das vor allem eins: vollkommen sinnlos.

Das materialistische Leben wird immer sinnloser und verkommt zum reinen Egotripp. Nicht wenige Menschen opfern daher heute leichtsinnig ihre Seele und ihr göttliches Potenzial dem Materialismus, indem sie sich bspw. einem zügellosen Hedonismus hingeben.

Das geistige oder göttliche Prinzip wurde seit je her als das Leben, das Gute und Schöne, als die Intelligenz, Wissen und Weisheit, Vernunft und Tugend, Harmonie und Glückseligkeit an und für sich und in Vollkommenheit verstanden. Eine rein materialistische oder gottlose Gesellschaft wird also ganz logisch Wirkungen hervorbringen müssen, die dem Geistigen diametral entgegengesetzt sind und zwar umso mehr und deutlicher, je materialistischer und gottloser diese Gesellschaft ist.

Eine materialistische Gesellschaft trägt auch deshalb immer die Tendenz zur Selbstzerstörung in sich, denn in einer solchen Gesellschaft kennt der Mensch seinen Platz in der Ordnung der Dinge nicht mehr, er vergisst den Sinn der natürlichen Entwicklung und damit den übergeordneten Sinn eines Menschenlebens. Er weiß nicht mehr wo er herkommt, was er ist und wo er hin gehen sollte und was es Bedarf, um die Harmonie in der Natur zu erhalten. Denn all das kann uns eine materialistische Wissenschaft niemals erklären.

Zudem sind die Tugenden nur in religiösen Systemen ein Muss (oder sollten sie zumindest sein) und das nicht grundlos, hingegen in einer materialistischen Gesellschaft nur eine rein freiwillige Veranstaltung. Gelebter Altruismus ist lt. theosophischer Ansicht die einzige Chance eines Wandels der Menschheit hin zum Besseren und auch das unabdingbare Muss für die Erhaltung der Harmonie in der Natur. Heute aber ist der Egoismus vorherrschend, das Gesetz des Stärkeren (nicht mehr des Tauglichsten) regiert. In einer mehr geistigen Gesellschaft ist Luxus eine Verschwendungssucht, in einer materialistischen Gesellschaft der Inbegriff eines erfüllten Lebens oder anders gesagt: Es findet eine Negierung des Daseins statt, die Untugenden werden zu Tugenden, das Geld zum Gott erhoben, das Sinnlose sinnvoll, Egoismus zum muss etc.pp. und all das wird Folgen haben müssen.

Die Natur ist sehr intelligent ihre Probleme zu lösen. Und auch sie ist dual. Sie ist die fürsorgende Mutter, wenn aus einem einzigen Weizenkorn bis zu 30 Weizenkörner an einer Ähre entstehen, sie kann aber auch die kalte Mutter sein, wenn wir uns nur vorstellen, im Augenblick kein Dach über dem Kopf zu haben. Wenn eine materialistische Gesellschaft bspw. aufgrund ihrer gigantischen Ressourcenverschwendung zu einem Problem in der Natur wird, dann wird es Lösungen für dieses Problem geben und ich bin überzeugt, dass wir diese Lösung hinsichtlich unserer materialistischen Gesellschaft noch miterleben werden.

Die Geschichte vermittelt uns einen Eindruck, wie diese natürlichen Lösungen aussehen. Mit dem Wohlstand kam immer der moralische Verfall und damit relativ schnell das große Chaos und der rasche Niedergang vieler großer Reiche. Wem sind denn die Begriffe einer spätrömischen oder spätgriechischen Dekadenz kein Begriff?

Und der relative Neuanfang wird wie immer vernünftig sein, zumindest sehr viel vernünftiger, als die Gepflogenheiten, die man heute in unserer Gesellschaft wahrnehmen kann. Und warum? Weil wir dann aufgrund der veränderten Umstände wieder vernünftig sein müssen! So wie ich mich bereits jetzt zu einem realtiv geistigen Leben und zur relativen Vernunft zwinge, vernünftig im Sinne der ewigen moralischen Gesetze oder Tugenden bzw. hinsichtlich meines Gewissen, einfach auch deshalb, weil ich an ein geistiges, intelligentes, ewiges Prinzip glaube und ich meiner göttlichen Seele, die mir mein geistiges Leben schenkt, keine materielle Schande mehr bereiten will.

Im ersten Teil der Serie wurde der Relativitätstheorie ein Abschiedslied gesungen und im zweiten Teil ging es um einen Abgesang auf das kirchliche Christentum.

Eine kleine Einführung in die theosophischen Lehren habe ich hier begonnen: Theosopie der Geheimlehre v. H.P. Blavatsky: Eine Einführung - Teil 1

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